Montag, 31. August 2015

montag nach celina

so, celina weg, neue week students da. zwei frauen aus deutschland :)

ich bin dann heute zuerst auf macho geritten, einem lieben kerlchen, der schon etwas älter ist. hanna und ich haben ihr awareness training gemacht. die idee ist, dass man im stehen herausfindet, wo es nach 5h so reiten überall weh machen würde. alle diese punkte befinden sich dementsprechend nicht in balance. so schnallte sie mir die bügel sehr kurz, damit ich auch stehend reiten kann und so meine balance besser finde. rasch stellte sich heraus, dass meine knöchel als erstes schmerzen. das war mir keine überraschung, habe ich doch immer probleme mit versteifung des knöchels beim sattel/steigbügelreiten. ich habe dann versucht, im stehen die lage meiner füsse und beine so zu ändern, dass die knöchel lockerer werden. dabei stellte sich heraus, dass ich viel mehr gewicht auf dem oberschenkel aufnehmen muss! duuuhh, wusste ich eigentlich auch schon. warum mach ichs dann nie? blöde angewohntheit...

ausserdem muss ich mein kreuz mehr loslassen und durch miniiiiimes abkippen des beckens etwas freier werden lassen.

hanna sagt, so soll man in jedem sattel in sich gehen und die für sich optimale position finden.

wir sind dann auch noch getrabt. stehend, versteht sich. auf macho ist das ganz wunderbar, der schwingt nämlich so toll im rücken, egal was du machst und bastelst oben. so konnte ich genau das spüren, was ich am celina kurs mit harter arbeit champi beibringen wollte: korrektes schwingen des brustkorbes!

was sehr spannend zu entdecken war: die schwingung wird im trab nicht mehr oder weniger, sondern einfach nur schneller! und man spürt diese auch stehend! das war extrem schön zu spüren, und macho ist ein liebes kerlchen. siehe foto unten ;-)

am nachmittag war dann noch stunde mit champi, wo wir nochmals das schwingen ganz intensiv angeschaut haben. am schluss waren wir sogar so weit, dass er rechts herum besser ging als links, was normalerweise umgekehrt ist, weil er gerne die rechte schulter mehr belastet. links herum schwang er komplett falsch, so musste ich gegen seine schwingung ankämpfen und dann nach innen unten aussen schwingen, wenn er mich eigentlich hochschwingen liess (innen!). aber es hat ihm sehr geholfen, und zwischendurch ist er vor freude immer wieder angaloppiert, so gut war der heute drauf, das kleine fette perlchen :)

wochenendkurs mit celina harich

dieses wochenende war trainerkollegin celina harich bei uns. ich hatte das glück, dass ich mit champi bei ihr mitreiten durfte!
es war sehr toll, mein persönliches highlight: celina ist die allererste lehrerin, die es endlich geschafft hat, mich fühlen zu lassen, wie es ist, wenn man eine hilfe für schulterherein oder travers nicht konstant gibt, sondern immer gibt und wieder loslässt, gibt und wieder loslässt. habe das schon so oft gehört, aber hatte es nie wirklich raus, wie ich das machen soll, in welchem moment uswm 

sie hat mir aber sowieso sehr viele tolle inputs gegeben:
1. mit dem brustkorb mitschwingen!
fühle zwischen dem sitz einen wasserball. wenn man auf der inneren seite mit dem oberschenkel nach unten aussen drückt, geht die äussere seite nach oben aussen weg. dort muss der oberschenkel dem ball unbedingt platz lassen! so schwingt man mit dem pferd schön mit und hilft dem brustkorb, nach oben aussen zu schwingen.
egal ob schulterherein oder travers oder oder, man schwingt IMMER mit und soll das auch so abspeichern!
es gibt pferde, die falsch gehen. anstatt dass sie die hüfte senken, wenn sie nach vorne greifen, kommt sie hoch. somit fühlt man das senken seiner hüfte bei diesen pferden im komplett falschen moment und darf dort ja nicht mitgehen! man muss immer kontrollieren, wann die innere hh abfusst, und dann nach unten schwingen mit seiner hüfte und den brustkorb so "zwingen", korrekt mitzuschwingen. man merkt sofort, wie der gang weicher wird!
man soll immer die idee haben, dass der brustkorb mehr nach aussen angehoben ist, als nach innen. so schwingt man nicht 50:50 auf beiden seiten nach unten, sondern wie new castle sagte: der innere steigbügel ist immer 5 inches länger! er ging davon aus, dass das pferd in der biegung immer mehr nach aussen oben schwingt und nicht komplett zurück. deswegen geht man als reiter auch nur minim in der schwingung aussen nach unten mit. speziell bei pferden, die die schwingung noch nicht korrekt machen, muss man die unterstützung aussen geben, indem man dort im moment des oben seins versucht, dort zu bleiben. so zeigt man dem pferd, da musst du hin. ein pferd, das korrekt schwingt, behält einem dort oben, weil es eben in der biegung nicht so intensiv zurückschwingt.
2. schulterproblem. ich muss meine schultern mehr mitdrehen, synchron zu jenen des pferdes. wenn es sich steif anfühlt, war es zu viel oder zu wenig oder das mitschwingen ging verloren. man kann auch die äussere nach vorne kreiseln und die innere nach hinten kreiseln lassen, das hilft. die idee ist, seine eigene schulter nur so weit zu drehen, wie seine hüften mitkommen können.
3. speckröllchen müssen aussen zu sehen sein. durch das mitschwingen kommt aussen in der taille immer ein bisschen sein speckröllchen hervor. in der reiterei ein muss!
4. biegung hat immer priorität! biegung geht somit vor schulternausgleich. d.h. habe ich die wahl zwischen (biegung + fallen auf einer schulter) oder (keine biegung/aussenbiegung + schulter ausgleichen) wähle ich ersteres. biegung geht vor alles. die schultern korrigiert man dann innerhalb der korrekten biegung.
hier noch meine notizen/gedankengänge aus dem unterricht der anderen:
-schulterherein/travers im stehen:
wenn das pferd auf eine schulter fällt, ist das ein symptom, dass die hinterbeine (=grund) nicht richtig arbeiten. sobald auch eines oder beide der vorderbeine sich vom boden weg bewegen, egal wie klein der schritt ist, ist das pferd auf diese schulter gefallen
-korrigiere die schulter wenn nötig, aber arbeite mit der hh. arbeite mit dem grund, nicht mit dem symptom.
-was man in der hand fühlt, ist vergangenheit. das, was der kopf macht, kam von der hh aus 2 steps vorher.
-wenn man das innnere hinterbein arbeitet, wird das pferd langsamer, und der kreis grösser! so wird beim SH der kreis tendenziell grösser, im travers tendentiell kleiner.
-das innere hinterbein kann nur vor kommen, wenn wir biegung haben.
-wir brauchen das innere hinterbein unter dem schwerpunkt
-wenn pferd geht, ist man schön mit der bewegung des inneren hinterbeines, im travers bleibt das mitgehen der inneren hh und man fügt die äussere hh einfach hinzu.
-wenn pferd etwas nicht macht, werde nicht sauer. sehe das pferd als schüler. du bist lehrer, pferd ist dein schüler. distanziere dich gefühlsmässig in dem moment. wenn du sauer wirst, arbeite das pferd nicht.
celina ist eine ganz tolle und liebe frau. es hat mich sehr gefreut, sie kennenzulernen. anschliessend an den kurs sind hanna, sie und ich noch picknicken gegangen, war mega toll!

Mittwoch, 26. August 2015

die letzten zwei tage

gestern haben wir am morgen wieder zuerst champi gemacht. wir sind bei ihm immer ein bisschen an den gleichen themen dran: dehnen, schultern ausgleichen, hinterhand aktivieren. leider kann ich mich nicht mehr genau an die stunde erinnern, die eindrücke sind eifach zu viele, ich müsste das gleich nachher jeweils notieren, dass ich nicht so viel vergesse.

am nachmittag sind wir dann mit den stuten aufs feld, um die reitstunde dort zu halten. erst habe ich mona etwas longiert, danach bin ich aufgesessen und hanna hat uns longiert. bei ihr habe ich dasselbe versucht wie bei champi: aussen dehnen lassen, seitengänge. mona ist schon etwas weiter in der ausbildung und daher nicht mehr so steif und reagiert viel sensibler auf die zügel- und sitzhilfen. zudem habe ich etwas cooles gelernt: vergiss denn oberschenkel nicht! im travers zB biegt man das pferd um den inneren OBERschenkel, während der untere ein bisschen weiter weg vom pferd ist und der hinterhand sozusagen sagt: komm folge mir! DAS kenne ich von zuhause anders...

hanna hat das dann heute nochmals ausführlich erklärt. die hinterhand muss immer unter den reiter treten und somit seinen beinen folgen. verschiebt der reiter die position seiner beine, soll das pferd mit der hh darunter treten! so zB beim stierkampf: dort muss der reiter das pferd zum stier hin gebogen haben. greift der stier nun aber an, hat der reiter keine zeit, sein pferd irgendwie zu richten usw. deswegen streckt er einfach sein bein auf der anderen seite etwas weg und macht einen bügeltritt, und sagt dem pferd so: komm hierhin! trete wieder unter mich!

wir haben dies heute auch auf champi geübt, und zwar sind wir auf dem carré geritten, was eine ganz spannende sache war. sobald die ecke kam, habe ich das bein weggenommen und etwas druck nach unten gemacht (sattellos geht bügeltritt nicht). champi ist aber nicht sehr reaktiv und nicht weit ausgebildet, sodass das nicht wirklich geklappt hat. wir haben dann umgestellt und mehr damit geübt, dass er sich um den oberschenkel biegt, was er sehr gut gemacht hat. zudem weicht er meinem oberschenkel schön aus. den darf ich nicht vergessen, weil dank dem oberschenkel brauche ich weniger zügel und gerte, um ihn vor allem von der rechten schulter wegzubringen.

was auch ganz spannend war, war das zirkel vergrössern und verkleinern mit dem bauch. der bauch zeigt zwar immer eher richtung mitte, aber man kann ihn etwas nach aussen oder innen verschieben, um dem pferd so zu sagen: mach den kreis grösser oder kleiner. grade rechts herum ist das in kombi mit dem oberschenkel für champi gold wert, damit er nicht auf die schulter fliegt.

da ich einfach die nervige tendenz habe, die zügel vorne zu eng haben zu wollen, liess hanna mich dann am langen zügel traben. das war erst etwas komisch, klappte aber erstaunlich gut. er wurde auch nicht schneller, suchte aber viel eher den weg in meine hand. es ist, als würde er denken, dass er blockiert wird und nicht mehr dehnen kann, wenn er die hand schon spürt. das bin ich mich von zuhause natürlich gar nicht gewohnt, da wir aus der philippe reiterei mitgenommen haben, das pferd aktiv im maul nach dehnung zu fragen und uns sozusagen den zügel etwas aus der hand ziehen lassen sollen. ourgon ist da daher ganz anders als champi, der sich eher engere zügel drum nicht gewohnt ist.

am nachmittag durfte ich dann hannas vinceya reiten, eine weiter ausgebildete lusitanostute. das war toll! ich konnte richtig ausprobieren, wie das mit dem carré gemeint war, denn sie folgt dem bein des reiters und vor allem dem bügeltritt sehr gut. lusitano ist halt schon auch noch was anderes als new forest.

zudem konnte ich mit ihr auch die versammlung etwas anschauen. die ist so toll ausgebildet, dass man sie rein aus dem bauch, sitz und oberschenkel heraus reiten kann. temporegulierung, seitengänge, etc! die liess sich auch im trab rein durch bauch einziehen so weit versammeln, dass sie sogar ein paar piaffe tritte machte!! das war so ein tolles gefühl!

am abend sind wir dann noch etwas dagesessen und haben geplaudert. dabei hab ich noch 2 spannende dinge gehört:

1. im waffenkampf mit dem pferd ist es die idee, dass der reiter die waffe nur hält, und das pferd diesen säbel mit seiner hinterhand trägt und ihn dem gegner mit voller wucht in die brust rammt. so muss man die waffe so platzieren, dass ihn das pferd auch tragen kann, was wieder viel mit der balance des reiters und des pferdes zu tun hat.

2. wenn man in der hüfte nicht schön seitlich nach unten mitgeht, sondern von hinten nach vorne schwingt, folgt man eher der erschütterung der vorderbeine als dem schwung der hinterbeine. um die hh zu aktivieren, ist es eben auch deswegen wichtig, seine hüfte auf die des pferdes auszurichten und dort mitzugehen, anstatt die vh noch zu begünstigen.

cooler tag!

morgen ist pferdefrei, am wochenende ist celina harich kurs! da freu ich mich, schreibe dann wieder.

Dienstag, 25. August 2015

25.8

heute morgen war wieder zuerst champi dran. wir sind direkt geritten. so haben wir versucht, champi dazu zu bringen, dass er während des stellens ersucht, die äussere halsseite nach vorne aussen zu dehnen (ohr nach aussen vorne), und nicht nur innen hohl und aussen schlaff ist. sehr spannend, sobald ich mit meinem körper dasselbe machte, konnte er es auch. zudem war es aber wichtig, ihn um den inneren schenkel zu biegen und am äusseren cavecon zügel durch "klingeln" beim dehnen zu helfen, und sobald er suchte, ihm das vorne auch zu geben (nicht gegenhalten, aber auch nicht hinschmeissen). so konnte er seinen inneren mittelpunkt wesentlich besser finden.

danach ging auch das schulterherein besser. vorher hatte er die tendenz, einfach auf eine schulter zu fallen und dort wegzulaufen. durch diese dehnung und somit auch leichte spannung aussen ging das schulterherein viel besser. ich muss bei ihm aber aufpassen, ihn nicht aus seiner doch sehr kleinen balance herauszubringen. daher dürfen die seitengänge niemals direkt zu viel gemacht werden, weil man sich vielleicht denkt: das ist viel zu wenig abstellung für ein bilderbuch schulterherein. pferd muss langsam daran hingearbeitet werden, ansonsten fällt es einfach auf eine schulter. wenn das schulterherein am anfang aufgrund der balance zuerst lediglich ein minimales schulterhervor ist, weil alles drüber ausserhalb der balance stattfindet, dann ist das eben zu akzeptieren. ansonsten bringt die übung nichts.

wir sind dann auch noch getrabt, wobei sich herausstellte, dass diese gangart für champi wesentlich besser ist. er behält da den schwung und die freude. jetzt muss nur noch ich im trab geschult werden, damit ich ihn schulen kann ;-P es war aber einfach toll zu spüren, wie genial das dehnen seiner äusseren seite funktioniert, wenn man es selbst auch macht. im trab war alles nochmals einfacher, da er einfach locker flockig blieb. ich hab ein video, mal schauen, ob ich das zu gegebener zeit hier hoch kriege.

am nachmittag sind wir mit den stuten ausgeritten. ich auf mona, sattellos, gebisslos. es war mega toll! hätte nicht gedacht, dass ich mich direkt auf einem fremden pferd sattellos raus getraue. aber ich vertraue da hanna.

auch hanna ist ihre megara sattel/gebisslos geritten. ich finde das einfach super, das zeigt, dass sie wirklich hinter ihrer ausbildung stehen kann.

gestern abend hatten wir ein bbq, da meinte sie auch, dass sie eine der ersten in der AR war, die gebisslos geritten ist. und dass es völlig machbar ist, ein pferd gebisslos auszubilden. so gibt es viele ARler, die eine kandare einsetzen, um die oberlinie zu dehnen. genau heute hat mir hanna dann auf champi zeigen können, dass dazu kein gebiss nötig ist. er dehnte seine oberlinie ja auch so! war toll zu spüren. champi hat übrigens in seinem leben noch nie ein gebiss im mund gehabt.

hanna ist aber zum glück keine gebisslos verfechterin und setzt da und dort durchaus auch mal eine kandare ein. je nach pferd, welches welche ausrüstung wünscht und benötigt, wie sie meint.

Montag, 24. August 2015

23.8 und 24.8

gestern (sonntag) war sehr ruhig. ich bin den ganzen tag auf der wiese gelegen und habe die sonne genossen. am abend holte ich hanna am flughafen ab, und zusammen haben wir auch noch die neue week studentin antje geholt.

danach bin ich champi etwas geritten, auf dem aussenplatz. so alleine ist es sehr schwierig, herauszufinden, was genau ich jetzt machen muss. so haben wir etwas seitengänge geübt, was er nicht besonders gut kann. ich aber leider auch nicht. deswegen kann ich nicht viel berichten, ausser, dass es etwas knorzig war.

heute haben wir eine BA stunde am morgen. erst durfte ich champi ein bisschen aufwecken und schickte ihn im trab und galopp neben mir her, darauf achtend, dass er vorne bleibt! und dann jeweils ziemlich abrupt abbremsen und stehen bleiben. dies klappte recht gut und champi wurde gut wach.

hanna versuchte mir dann beizubringen, wie ich in der hand besser spüre, was die wirbelsäule des pferdes macht. so ist mir am schluss aufgefallen, dass champi gerne auf die schultern fällt, speziell rechts. schulterherein ist auch sehr schwierig für ihn, weil er lieber über die äussere schulter hinwegläuft. deswegen aufpassen, ihn nicht zu überbiegen. im travers habe ich definitiv die bessere chance, auf seine schultern einzuwirken, das kommt mir deutlich besser aus der hand. dort kann ich auch mal phsysisch mit der hand die innere schulter berühren und rüberschubsen und gleichzeitig auf kruppe einwirken, was beim schulterherein weniger möglich ist.

sobald das pferd balanciert ist und die hh der vh folgt, fühlt sich das in der hand sehr gut an. ich glaube, das nennt man hingabe. bin aber nicht sicher. ist auf jeden fall ein tolles gefühl! ansonsten fühlt es sich sehr disconnected an, als wäre nicht das ganze pferd dabei.

so sind wir immer ein bisschen von schulterherein zu travers gewechselt, wobei ich da selber achten muss, mit meinen füssen den kreis grösser resp. kleiner zu machen.

das zeigte sich dann später auch gut bei mona. sie ist besser ausgebildet als champi. sobald meine körperposition korrekt war, kan sie in ein schulterherein/travers. so muss ich im SH eigentlich nur etwas mehr auf ihre seite gehen und über den mähnenkamm hinweg die äussere schulter kontrollieren, dass sie da nicht drüber hinweggeht. sobald ich selber etwas weiter hinten bin, versteht sie, dass die kruppe aussen bleiben und die schulter rein soll.

ich habe die tendenz, zu oft zu sanft anzufragen, weil ich es nicht mag, härter zu werden. so war champi ziemlich faul und fand, er möchte eigentlich nicht so gerne seine hinterhand gebrauchen. hanna meinte dann, ich soll jetzt mal deutlich werden, es sei schliesslich seine wahl, ob er auf das sanfte oder auf das weniger sanfte reagieren möchte. ich verstehe rein logikmässig, dass das mehr sinn macht, aber in meinem herzen fühlt es sich schrecklich an, mit der gerte mal relativ heftig zu werden, sodass er auch reagiert. so hab ich mit ziemlich unangenehmem gefühl mal die peitsche recht heftig knallen lassen. dies wirkte schon, aber ich habe auch zu hanna gesagt, ich weiss dass es nötig ist, aber ich finde das innerlich recht furchtbar. champi spürte das auch, hatte ich das gefühl.

am nachmittag haben wir dann noch die andere neue studentin abgeholt (keine ahnung wie sie heisst) und ich bin dann champi noch 30min geritten, alleine. nicht wahnsinnig erwähnenswert.

Sonntag, 23. August 2015

champi 22.8.

da hanna übers weekend für unterricht verreisen musste, war ich alleine in der halle mit champi. wir übten zusammen das, was wir mit hanna anschauten, was tiptop klappte.

zudem fand ich seine grosse schwäche: travers gerade aus. das schau ich dann sehr gerne nochmals mit hanna an.

danach waren beatrice, ebba und ich noch am see. schön wars!:

Freitag, 21. August 2015

champi und mona 21.8.

gestern durfte ich sowohl mit champi (new forest pony) als auch mit mona (frederiksborger x PRE) etwas machen.

zuerst zeigte mir hanna, wie ich vom boden aus kontrolliere, auf welche hilfen das pferd gut/weniger gut reagiert, und welche schwachstellen (zB schwache schulter) es hat. so tippt man zuerst mit der gerte auf die schulter, auf welcher es mehr gewicht hat. so lange, bis es das gewicht rüber nimmt. dann kann man die schulter wieder zu sich holen, indem man über den hals auf der anderen seite antippt mit der gerte. so ein bisschen schaukelstuhl spielen.

dann kann man im sitzbereich beim bauch schauen (gerte antippen oder hinabstreicheln, was auch immer besser funzt) ob einem das pferd etwas mehr biegung gibt.

sobald pferd auch nur ein bisschen reagiert: loben!

man kann zudem versuchen, die kruppe etwas mehr zu sich zu bringen, und das äussere hinterbein zu sich in bewegung bringen, indem man über den rücken auf der anderen seite antippt. aber achtung, zuerst dem pferd zeigen, dass es die innere schulter freibehalten soll, erst dann die kruppe holen. es kann sein, dass es wieder auf eine schulter fällt, sobald die kruppe kommt. in diesem falle kann man spielen, erst schulter, dann kruppe, dann sofort wieder schulter antippen etc. bis pferd begriffen hat. biegung im sitzbereich holen nicht vergessen sofern nötig.

sollte pferd hierbei nicht verstehen, dass es die kruppe zu einem bringen muss, ist es für den anfang einfacher, das pferd zuerst von sich weg zu biegen und dann aussen anzutippen, um dem pferd erst einmal die bewegungsrichtung und den sinn des "aussen antippens" beizubringen.

in dieser übung kann man schön sehen, auf welcher schulter das pferd mehr hängt und mühe hat.

danach sind wir geritten, um auch von oben aus ein feedback zu erhalten und zu kontrollieren, ob sich das, was sich am boden gezeigt hat, auch dort so äussert und ob es besser/schlechter regulierbar ist, wenn geritten.

ich durfte beide pferde sattellos mit 4 zügeln (cavecon und bosal) reiten. auf champi fühlte ich mich sofort wohl. klar war es etwas verantwortungslos, so ohne sattel und helm. aber ich vertraue hannas worten 100%. und beide pferde sind wirklich 1A im charakter, sehr ruhig und einfach nur lieb.

mit champi war es 1 zu 1 ein spiegel vom boden. er fällt sehr gerne immer auf die innere schulter.

ich habe über 3 zu 1 zügelführung versucht, mich selbst ein bisschen zu longieren. so kann ich etwas mehr stellung/biegung verlangen (in kombi mit sitz/beinhilfen) oder auch weniger, wenn ich am äusseren cavecon zügel wieder etwas hole. sobald ich dies machte, merkte ich, wie ich die hinterbeine verliere und die schulter fällt.

dann versuchten wir uns in seitengängen.

key sentence: die schulter muss zuerst heraus, bevor man sie reinnehmen kann!

also zuerst schön stellen, biegen, innere schulter durch leichte auswärtsbewegung anheben lassen (entweder mit gerte oder inneres bein), und dann schulter mit bosal zügeln mit aufwärtsbewegung hereinführen. sein inneres bein muss man vorne lassen!! damit pferd sich drumherum biegen kann. sonst bescheisst man sich ins schulterherein, weil man die kruppe raus schickt. es ist aber schulterherein und nicht kruppe heraus! und man verliert viel biegung so.

dann travers. dasselbe spiel. stellung und biegung beachten, und etwas mit den schultern spielen. habe ich zu viel äusseren zügel, verliere ich biegung, erhalte aber mehr winkel. habe ich zu viel inneren zügel, verliere ich winkel wieder, aber pferd hat möglichkeit, sich die schultern wieder geradezurichten. so kann es sein, dass ich das äussere hinterbein verliere, weil pferd sich auf innerer schulter festmacht. dann ist es wichtig, pferd innen anzutippen, um schulter frei zu erhalten, und im extremfall schulter mit bosalzügeln wieder herausführen. so kommt äussere hh automatisch wieder.

schulter dann wieder zurück führen, denn die muss auf volte bleiben und weiterhin in bewegungsrichtung zeigen.

key sentence: schulterherein hilft demm travers und travers hilft dem schulterherein!

bin ich nun im travers, kann ich mit den bosalzügeln die schultern auch ganz herein nehmen und pferd so auf eine kleine pirouette schicken! champi hat das ganz toll gemacht. hier aber achtung, dass innere schulter frei bleibt.

mit mona haben wir dasselbe gemacht, wobei sie da weniger schwierigkeiten hat in den schultern. bei ihr ist mehr das problem, dass sie den rücken fallen lässt, da fredsriksborger ursprünglich wagenpferde waren.

so musste ich bei ihr non stop etwas im leichten sitz reiten, d.h. mehr gewicht auf oberschenkeln aufnehmen. zudem haben wir mit ihr renvers versucht, weil hanna meinte, dies würde ihr gut beim rücken helfen. muss sie dann nochmal fragen, warum genau sie die idee hatte. helfen tat es auf alle fälle, sie hatte ein paar ganz schöne tritte dabei und wurde freier im rücken. bei ihr ist die schulterkontrolle viel einfacher, sie fällt weniger stark darauf und reagiert zudem schneller auf schenkel/gerte.

alles in allem ein top tag!

am abend habe ich marlin und hanna zum flughafen gebracht. marlin geht nach hause, hanna übers wochenende ans festland. jetzt darf ich 2 tage lang champi selbständig arbeiten, jupi.


Donnerstag, 20. August 2015

Die ersten 2 Tage

kaum hier angekommen, ging es direkt los mit einer theoriestunde. hanna liess uns auf einem kreis gehen und spüren, wo genau wir schief sind. schnell mussten wir erkennen, dass wir die haargenau gleichen probleme haben wie unsere pferde. die eine zehe zeigt nach aussen und schiebt, die hüfte zeigt nach aussen, der brustkorb ist nicht auf der spur, die schultern schief etc. sobald hanna anfing, uns zu korrigieren, lösten sich die probleme und unsere wirbelsäule begann zu schwingen!

fazit: ein problem muss nicht immer dort gelöst werden, wo man es sieht! meist entstand es an einem ganz anderen ort. löst man nicht das problem, sondern das symptom, entstehen an einem ganz anderen ort neue probleme.

am donnerstag durfte ich einige führübungen vertiefen, sozusagen basics der basics. sehr spannend, wie die unterschiedlichen pferde reagieren. ist eines eher dominant und möchte überholen, soll es mit dem kopf nicht an dir vorbei. ist eines eher faul oder unsicher und versteckt sich hinter dir, gut darauf achten dass es immer etwas vor dir läuft.

beim überholer: sofort gerte an brust, zurückschicken. wendet es schulter gegen dich (kann auch einfach nur mehr belastung auf dieser schulter sein), schulter mit gerte antippen. dreht es kruppe ab, um frontal gegen dich zu stehen: gerte an kopf oder oberen halsteil, um es wieder zurückzudrehen.

bei verstecker von hinten treiben. simpel.

man geht beim führen synchron mit den hinterbeinen des pferdes.

und hier noch meine notizen von der arbeit von hanna und ihrem indiu, PRE hengst:

wenn man in die halle kommt,nicht einfach gleich loslegen, zuerst einfach nur zusammen dastehen, körper spüren, runterfahren.
-um zu lernen, muss pferd ruhig sein.
-beim führen etwas distanz schaffen
-wenn pferd wegschaut, anhalten. pferd soll auf dich konzentriert sein
-wenn pferd gelernt hat, bei dir zu bleiben, wird es nicht wegziehen, egal in welcher gangart. wenn es zu wenig geschult ist für zB langsamer galopp, wird es bei dir bleiben und dir zeigen ich kann das nicht, aber es wird nicht wegziehen! das wichtigste, es muss bei dir bleiben
-wenn pferd gegen hand schüttelt mit kopf, korrektur an brust nach hinten, nicht am kopf selber korrigieren!