gestern haben wir am morgen wieder zuerst champi gemacht. wir sind bei ihm immer ein bisschen an den gleichen themen dran: dehnen, schultern ausgleichen, hinterhand aktivieren. leider kann ich mich nicht mehr genau an die stunde erinnern, die eindrücke sind eifach zu viele, ich müsste das gleich nachher jeweils notieren, dass ich nicht so viel vergesse.
am nachmittag sind wir dann mit den stuten aufs feld, um die reitstunde dort zu halten. erst habe ich mona etwas longiert, danach bin ich aufgesessen und hanna hat uns longiert. bei ihr habe ich dasselbe versucht wie bei champi: aussen dehnen lassen, seitengänge. mona ist schon etwas weiter in der ausbildung und daher nicht mehr so steif und reagiert viel sensibler auf die zügel- und sitzhilfen. zudem habe ich etwas cooles gelernt: vergiss denn oberschenkel nicht! im travers zB biegt man das pferd um den inneren OBERschenkel, während der untere ein bisschen weiter weg vom pferd ist und der hinterhand sozusagen sagt: komm folge mir! DAS kenne ich von zuhause anders...
hanna hat das dann heute nochmals ausführlich erklärt. die hinterhand muss immer unter den reiter treten und somit seinen beinen folgen. verschiebt der reiter die position seiner beine, soll das pferd mit der hh darunter treten! so zB beim stierkampf: dort muss der reiter das pferd zum stier hin gebogen haben. greift der stier nun aber an, hat der reiter keine zeit, sein pferd irgendwie zu richten usw. deswegen streckt er einfach sein bein auf der anderen seite etwas weg und macht einen bügeltritt, und sagt dem pferd so: komm hierhin! trete wieder unter mich!
wir haben dies heute auch auf champi geübt, und zwar sind wir auf dem carré geritten, was eine ganz spannende sache war. sobald die ecke kam, habe ich das bein weggenommen und etwas druck nach unten gemacht (sattellos geht bügeltritt nicht). champi ist aber nicht sehr reaktiv und nicht weit ausgebildet, sodass das nicht wirklich geklappt hat. wir haben dann umgestellt und mehr damit geübt, dass er sich um den oberschenkel biegt, was er sehr gut gemacht hat. zudem weicht er meinem oberschenkel schön aus. den darf ich nicht vergessen, weil dank dem oberschenkel brauche ich weniger zügel und gerte, um ihn vor allem von der rechten schulter wegzubringen.
was auch ganz spannend war, war das zirkel vergrössern und verkleinern mit dem bauch. der bauch zeigt zwar immer eher richtung mitte, aber man kann ihn etwas nach aussen oder innen verschieben, um dem pferd so zu sagen: mach den kreis grösser oder kleiner. grade rechts herum ist das in kombi mit dem oberschenkel für champi gold wert, damit er nicht auf die schulter fliegt.
da ich einfach die nervige tendenz habe, die zügel vorne zu eng haben zu wollen, liess hanna mich dann am langen zügel traben. das war erst etwas komisch, klappte aber erstaunlich gut. er wurde auch nicht schneller, suchte aber viel eher den weg in meine hand. es ist, als würde er denken, dass er blockiert wird und nicht mehr dehnen kann, wenn er die hand schon spürt. das bin ich mich von zuhause natürlich gar nicht gewohnt, da wir aus der philippe reiterei mitgenommen haben, das pferd aktiv im maul nach dehnung zu fragen und uns sozusagen den zügel etwas aus der hand ziehen lassen sollen. ourgon ist da daher ganz anders als champi, der sich eher engere zügel drum nicht gewohnt ist.
am nachmittag durfte ich dann hannas vinceya reiten, eine weiter ausgebildete lusitanostute. das war toll! ich konnte richtig ausprobieren, wie das mit dem carré gemeint war, denn sie folgt dem bein des reiters und vor allem dem bügeltritt sehr gut. lusitano ist halt schon auch noch was anderes als new forest.
zudem konnte ich mit ihr auch die versammlung etwas anschauen. die ist so toll ausgebildet, dass man sie rein aus dem bauch, sitz und oberschenkel heraus reiten kann. temporegulierung, seitengänge, etc! die liess sich auch im trab rein durch bauch einziehen so weit versammeln, dass sie sogar ein paar piaffe tritte machte!! das war so ein tolles gefühl!
am abend sind wir dann noch etwas dagesessen und haben geplaudert. dabei hab ich noch 2 spannende dinge gehört:
1. im waffenkampf mit dem pferd ist es die idee, dass der reiter die waffe nur hält, und das pferd diesen säbel mit seiner hinterhand trägt und ihn dem gegner mit voller wucht in die brust rammt. so muss man die waffe so platzieren, dass ihn das pferd auch tragen kann, was wieder viel mit der balance des reiters und des pferdes zu tun hat.
2. wenn man in der hüfte nicht schön seitlich nach unten mitgeht, sondern von hinten nach vorne schwingt, folgt man eher der erschütterung der vorderbeine als dem schwung der hinterbeine. um die hh zu aktivieren, ist es eben auch deswegen wichtig, seine hüfte auf die des pferdes auszurichten und dort mitzugehen, anstatt die vh noch zu begünstigen.
cooler tag!
morgen ist pferdefrei, am wochenende ist celina harich kurs! da freu ich mich, schreibe dann wieder.
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