gestern durfte ich sowohl mit champi (new forest pony) als auch mit mona (frederiksborger x PRE) etwas machen.
zuerst zeigte mir hanna, wie ich vom boden aus kontrolliere, auf welche hilfen das pferd gut/weniger gut reagiert, und welche schwachstellen (zB schwache schulter) es hat. so tippt man zuerst mit der gerte auf die schulter, auf welcher es mehr gewicht hat. so lange, bis es das gewicht rüber nimmt. dann kann man die schulter wieder zu sich holen, indem man über den hals auf der anderen seite antippt mit der gerte. so ein bisschen schaukelstuhl spielen.
dann kann man im sitzbereich beim bauch schauen (gerte antippen oder hinabstreicheln, was auch immer besser funzt) ob einem das pferd etwas mehr biegung gibt.
sobald pferd auch nur ein bisschen reagiert: loben!
man kann zudem versuchen, die kruppe etwas mehr zu sich zu bringen, und das äussere hinterbein zu sich in bewegung bringen, indem man über den rücken auf der anderen seite antippt. aber achtung, zuerst dem pferd zeigen, dass es die innere schulter freibehalten soll, erst dann die kruppe holen. es kann sein, dass es wieder auf eine schulter fällt, sobald die kruppe kommt. in diesem falle kann man spielen, erst schulter, dann kruppe, dann sofort wieder schulter antippen etc. bis pferd begriffen hat. biegung im sitzbereich holen nicht vergessen sofern nötig.
sollte pferd hierbei nicht verstehen, dass es die kruppe zu einem bringen muss, ist es für den anfang einfacher, das pferd zuerst von sich weg zu biegen und dann aussen anzutippen, um dem pferd erst einmal die bewegungsrichtung und den sinn des "aussen antippens" beizubringen.
in dieser übung kann man schön sehen, auf welcher schulter das pferd mehr hängt und mühe hat.
danach sind wir geritten, um auch von oben aus ein feedback zu erhalten und zu kontrollieren, ob sich das, was sich am boden gezeigt hat, auch dort so äussert und ob es besser/schlechter regulierbar ist, wenn geritten.
ich durfte beide pferde sattellos mit 4 zügeln (cavecon und bosal) reiten. auf champi fühlte ich mich sofort wohl. klar war es etwas verantwortungslos, so ohne sattel und helm. aber ich vertraue hannas worten 100%. und beide pferde sind wirklich 1A im charakter, sehr ruhig und einfach nur lieb.
mit champi war es 1 zu 1 ein spiegel vom boden. er fällt sehr gerne immer auf die innere schulter.
ich habe über 3 zu 1 zügelführung versucht, mich selbst ein bisschen zu longieren. so kann ich etwas mehr stellung/biegung verlangen (in kombi mit sitz/beinhilfen) oder auch weniger, wenn ich am äusseren cavecon zügel wieder etwas hole. sobald ich dies machte, merkte ich, wie ich die hinterbeine verliere und die schulter fällt.
dann versuchten wir uns in seitengängen.
key sentence: die schulter muss zuerst heraus, bevor man sie reinnehmen kann!
also zuerst schön stellen, biegen, innere schulter durch leichte auswärtsbewegung anheben lassen (entweder mit gerte oder inneres bein), und dann schulter mit bosal zügeln mit aufwärtsbewegung hereinführen. sein inneres bein muss man vorne lassen!! damit pferd sich drumherum biegen kann. sonst bescheisst man sich ins schulterherein, weil man die kruppe raus schickt. es ist aber schulterherein und nicht kruppe heraus! und man verliert viel biegung so.
dann travers. dasselbe spiel. stellung und biegung beachten, und etwas mit den schultern spielen. habe ich zu viel äusseren zügel, verliere ich biegung, erhalte aber mehr winkel. habe ich zu viel inneren zügel, verliere ich winkel wieder, aber pferd hat möglichkeit, sich die schultern wieder geradezurichten. so kann es sein, dass ich das äussere hinterbein verliere, weil pferd sich auf innerer schulter festmacht. dann ist es wichtig, pferd innen anzutippen, um schulter frei zu erhalten, und im extremfall schulter mit bosalzügeln wieder herausführen. so kommt äussere hh automatisch wieder.
schulter dann wieder zurück führen, denn die muss auf volte bleiben und weiterhin in bewegungsrichtung zeigen.
key sentence: schulterherein hilft demm travers und travers hilft dem schulterherein!
bin ich nun im travers, kann ich mit den bosalzügeln die schultern auch ganz herein nehmen und pferd so auf eine kleine pirouette schicken! champi hat das ganz toll gemacht. hier aber achtung, dass innere schulter frei bleibt.
mit mona haben wir dasselbe gemacht, wobei sie da weniger schwierigkeiten hat in den schultern. bei ihr ist mehr das problem, dass sie den rücken fallen lässt, da fredsriksborger ursprünglich wagenpferde waren.
so musste ich bei ihr non stop etwas im leichten sitz reiten, d.h. mehr gewicht auf oberschenkeln aufnehmen. zudem haben wir mit ihr renvers versucht, weil hanna meinte, dies würde ihr gut beim rücken helfen. muss sie dann nochmal fragen, warum genau sie die idee hatte. helfen tat es auf alle fälle, sie hatte ein paar ganz schöne tritte dabei und wurde freier im rücken. bei ihr ist die schulterkontrolle viel einfacher, sie fällt weniger stark darauf und reagiert zudem schneller auf schenkel/gerte.
alles in allem ein top tag!
am abend habe ich marlin und hanna zum flughafen gebracht. marlin geht nach hause, hanna übers wochenende ans festland. jetzt darf ich 2 tage lang champi selbständig arbeiten, jupi.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen